MH. bläst den Weihnachtsblues

Dez 16th, 2009 | By MH | Category: aktuelle Politik

oder

Letztes Wortspiel der Saison

Oh wie ist es kalt geworden

und so öde, trüb und leer.

Rauhe Winde wehn von Norden

und die Sonne scheint nicht mehr.

Auf die Berge möcht ich fliegen,

möchte sehn ein grünes Tal

möcht in Gras und Blumen liegen,

mich erfreun am Sonnenstrahl…

Hören Sie dazu einen Kommentar vom Papst der Lutheraner, äh, Literaten, Marc

Rich „Running Skie“:

(Anm. d. Verf.: bei „f“ hören Sie bitte ein „s“, allerdings ein englisches, also wie in „the“,

wobei sie allerdings die Ausnahmen wie „Fall“ etc. beachten müssen. Diese Anmerkung

gilt nicht für die Lesung der Gedichtstrophen)

„Ef handelt fisch nischt, wie man auf den errften Eindruck hin glauben möschte, um

ein rrömisches Natuurgedischt, daf unf der Verfaffer, ein gewifferr Herrr Hoffmann

von Fallerfleben, da voorgelegt hat. Ganf im Gegenteil ift diefes Werrk genau daf

Gegenteil, nämlisch ein Un-Natuur-Gedischt. Waf will isch damit fagen?

Nun, dieferr Herrr von Fallerfleben ift ein Faller, er fällt in alle Grruuben, die man

ihm grräbt, er fällt auf die Naafe, er fällt auf allen Wolken, und verrbrringt fo fein

Leben voorwiegend im Tal, im Jammertal, im Tal des Grauenf, im Tal def Todef.

Der Norden, auf dem die rauhen Winde wehen, meint natürlisch unfere ungeliebte

Hauptschtadt, überr der fisch dunkle Wolke um dunkle Wolke zufammenbrraut, die

geiftisch und kulturrelll verödet, deren Auf- und Anfischten trüb find, und deren

Kaffen leer.

Aaaber diefer Herr Fallerfleben ist ein Hoff-Mann, ein gnaadenlof hoffender Mann.

Er träumt davon, auf die Berge zu fliegen, womit er wahrscheinlicher „fliehen“

meint, also z.B. in die Schweidferr Berrge, allerdings nischt die der märkischen

oderr fägfischen Schweidf, fondern der minarettfreien Schweidf mit Schütfen wie

Wilhelm der Tell, wo er er ein Nummerrnkonto einrischten möschte, wenn er denn

nischt in diefen Jammertal dfu leben gedfwungen wäre, weil er eben leiderr keine

grrofe Nummer ift. Er ift Dischter, waf ja von von vorneherein ein auffischtlofes

Unterfangen ift, feit Goethe und die Brüderle Merkel von der reinen Wefterwelle und

ihre Gefinnungfgenoffen Dischtung und Wahrheit gleichermafen gut beherrrschen,

fo daf der Unterrschied nischt mehr mit an Fischerheit grenfender

Wahrscheinlischkeit feftgeftellt werrden kann.

Einef verschtehe isch allerdingf nischt bei Herrn Hoff-Mann: er „möschte fehn ein

grünef Tal“. Wenn daf fo ist, warum will er daf? Grün ift doch die Hoffnung, und

warum möschte er die Grünen im Tal fehen? Daf Tal ift doch von den FPD belegt,

tieferr gehtf kaum, und eben da will er Grün fehen? Er geiffelt doch vorher

geradedfu die Un-Natur def Lebef, die in der erwähnten Hauptschtatt täglisch neu

erschaffen wird und dem Grundrescht der Menschheit auf Glück und Wohlschtand

diametral entgegewirrkt. Man möschte allerdingf glauben, daff dort im Norden

altteftamentarisch regiert wird, mit Erwartungen an daf Volk wie „auf dem Bauche

folllft Du krieschen und im Schaweife Deinef Angefischts follst Du Dein Brot effen“,

und von Brotbelag ift nie die Rede. Man hört im Volk schon Reden wie, „die

nehmen unf noch daf letfte Hemd“, oder „die Butter vom Brot“…

Da wünschte isch mir doch von diefen Herrn von Fallerfleben, daff er daf Grün und

die Grünen doch lieber auf dem Gipfel fähe alf im Tal. Daf Abendrot ift dabei wohl

oder eher übel in Kauf dfu nehmen.

Damit wäre isch am Ende meiner Auführunggen, bedanke misch ganf herdflischbei

Ihnen und fehe wie immer den Vorhang dfu und alle Fragen offen.“

Gut der Mann, was? Der hat Sinn für Humus, nicht? Der andere auch. Das wäre ja

gelacht, wenns nicht so zum Lachen wäre. Wir bestrafen alle mit lebenslanger

Lach-Haft. Läuft es rund oder geht’s jetzt rund? Hat man uns was versprochen oder

hat sich da jemand versprochen? Wird dieses Weihnachten ein Lichterfest oder ein

Gelichterfest? Wie soll es jemals am Horizont heller schimmern, wenn da

oben so trübe Tassen eingeschraubt werden? Man kann es nicht fassen, sind sie

fassungslos? Wir sind das Volk, aber wer ist der Staat? Keine weiteren Fragen?

Dann zum Abschluß des Wortspiels noch ein Strafstoß für alle die bis hierher und

nicht weiter gekommen sind:

Seid ihr alle krisenfest?

Dann allen ein Frohes Krisen-Fest.

M.H.

Kommentare
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  1. Lieber MH,
    ich muss gestehen, ich war eine Weile nicht auf der Seite vom Landboten. Was eine Schande ist. Weil ich mich um ein großes Vergnügen gebracht habe. Schön wäre es, wenn Du den Text mal selber laut vorlesen würdest. Könnte man das nicht über youtube organisieren? Danke für all die tiefsinnigen, komischen und um die Ecke gedachten Beiträge, und bitte schwächle jetzt nicht in 2010. Von mir aus könntest Du öfter schreiben! Herzlich Nanette-Frieda

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