Die Mauer ist gefallen. Der Weddinger Landbote goes global

Nov 16th, 2009 | By MH | Category: aktuelle Politik

Ja, Ja, ick weeß, schon vor zwanzig Jahren. Und bitte keine Texte mehr über die Mauerfallfeierei, höre ich den Chef knurren. Der Ärmste mußte die ganze Nacht Dominosteine aufstellen, nur damit am nächsten Tag ein sichtlich angeheiterter Lech Walersa dagegenstieß und alle weiteren zu Fall brachte. Das entsprach zwar sogar im Prinzip den ursächlichen realpolitischen Tatsachen, daß ein Zufall das Wodkaimperium zu Fall brachte, aber das füge ich jetzt nur hinzu, weil ich Wortspiele mehr liebe als Beispiele.
Ja, ich schreibe trotzdem weiter. Weil Überschrift Zeile zwei ist erst neueren Datums belegt. Es gab zwar schon länger eine Statistik, die aufzeigt, daß der Weddinger Landbote weltweit bereits zur Kenntnis genommen wurde. Aber Kommentare kamen meines Wissens bisher nur im lokalen Idiom. Noch nie in englisch, der Weltsprache an und für sich, nicht wahr? Hat doch meine unüberschaubare Leserschaft bisher nie zur Kenntnis gegeben, daß sie meine Texte verstand, eher im Gegenteil, und nun soll es tatsächlich zwei Leser geben – ja, ja, klickt mal auf „Kommentare“ – die, obgleich des teutschen gar nicht mächtig…wär’s möglich? Man hat mich „gebookmarkt“ (also gebauchpinselt) und ich hatte als Seelenklempner Erfolg, weil ich jemandem den „mood geliftet“ habe, also die Sorgenfalten geglättet. Und das alles ehrenamtlich.
Ich wiederhole: Ich schreibe dennoch und trotzdem weiter.
Zu dem „trotzdem“ muß ich was erklären. Auf dem Tisch meiner Schwiegereltern stand ein Schild mit der Aufschrift „DENNOCH“. Die Schwiegereltern waren sehr fromm, und dieses Schild sollte darauf hinweisen, daß das Leben auf Erden zwar die Hölle ist, aber daß man dennoch in den Himmel kommt, wenn dieses Jammertal durchschritten ist, vorausgesetzt daß man einen Katalog von Aufgaben erfüllt hat, der einige Gebote und viele Verbote enthielt, und vor allem darauf hinauslief, daß trotz allen Leidens…und daß Leiden ja einen Sinn habe, und daß die da oben sich ja was dabei gedacht hätten, und…na, lange Rede hin (wie unsere Potsdamer Freundin sagt), dennoch sollte man fröhlich singen und rülpsen und furzen, oder hat es euch nicht geschmecket? unser guter Martin Luther hatte noch kernigen Humor.
Also, wo war ich und wo will ich denn nun schon wieder hin? Also, ich ersetze das Wort dennoch durch das Wort trotzdem, weil es die seelische Grundlage eines solchen Verhaltens besser erklärt. Es ist nämlich der Trotz, der uns am durchs-jammertal-stampfen hält, TROTZnoch, nicht DENNoch, denn jedes denn, das würde ja jeder Logiker sagen können, fordert einen Beweis. Im obigen Falle kann der Beweis erst nach Ableben erfolgen, was zwar die meisten erleben, aber man hört danach leider nichts mehr von ihnen. Wenigstens der normale Mensch nicht, der nur Telefon und e-mail hat. Und von den vielen Channels im TV hat auch keiner eine direkte Verbindung nach oben.
Also dann „trotzdem“, weil, wie wir aus der eigenen Pubertät, die sich ja heutzutage bis ins hohe Alter erhalten läßt, noch wissen, da brauchts keine Belehrung und keinen Beweis, da haut man einfach so um sich, kraft Überschuss.
Ich schreibe also weiter so um mich, wenn mir die Blase blatzt, TROTZnoch mir mein Chef auf die scheue Anfrage hin, ob denn nicht eine klitzekleine Honorarerhöhung…mannomann…watt’n, watt’n, bei den derzeitig unvermindert andauernden anderen Umständen in denen sich die Wirtschaft und alle unsere PolitikerInnen befinden…hier gabs noch nie Honorar und ab nächsten Ersten wird das auch noch gestrichen, und zwar rot-rot, damits richtig knallt…haben Sie mich verstannnn? ABTRETEN!!!!!!
Wie kann man nur…ich trete mir bei dem Sauwetter jedes Mal die Füße ab, bis sie qualmen…
Und ich schreibe weiter TROTZnoch mich jetzt die beginnen zu verstehen, die in anderen Zungen reden, ja ist denn schon Pfingsten? Meine geheimnisvolle Aura ist damit ja dahin, ich habe keine Aussicht auf einen noblen Preis mehr, ich bin in den Mainstream geworfen, dieses schmutzige träge Flüßchen, das dann bei Frankensteinfurt in den Rhein fließt, wobei der seinen Namen auch nicht mehr verdient, seit … na gut, wenn mich niemand bremst, mach ich einfach weiter so.
Sattle ich eben mal das Pferd um und werde Seelenklempner, oder -chirurg, besser, verdient man mehr.
Und jetzt knapp gefaßt noch mein Nachruf zum 20. Todestag der sog. DDR.
GOODBYE. (dt. Guter Einkauf)
Und was erhoffen Sie sich für die Zukunft? Daß die alten Bundesländer nun möglichst bald in die Neuen integriert werden, gleiches Pech für alle. Und daß Brüderle und Westerle und Merkele (fährt wer Opel davon?)…Und daß die SPD aufhört ständig die Dachskurve nachzubilden, vor allem die abstürzende, sonst wähle ich sie nächstes Mal wieder. Und daß bald wieder 11.11. ist, da gibt’s Martinsgans.
MHMMMM.

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