weddinger-landbote

subjektiv unabhängig kompetent

Neues vom Ballast der Republik Oder Altes aus Wuffs Lappenladen

(in Erichs seligem Lampenladen konnten die Dinge ja noch gut beleuchet werden, in obigem Lappen-
laden wischt man sie einfach vom Tisch. In Japan bei den Jacuzzis nennt man diesen läppischen Umgang
mit den Dingen beim Sushi abfällig Wishi-Washi)

Hier nun exklusiv für die Weddinger Landbrote den Originalentwurf meiner Jahresendansprache. Paßt
auch zum Jahresbeginn. Gleichzeitig ein Leitfaden für die „Einführung in die Klebenskunst“.

Liebe Bunzelbürgerinnen und Bunzelbürger
nun laßt mich doch endlich oder lieber endlos euer Bunzelpräsident sein, ich kann doch alles, also auch nichts, was ja rein logisch gesehen im „alles“ beinhaltet ist, und was ich alles noch nicht kann, kann ich noch lernen, ich bin ja noch neu in dem Job. Meine Frisur klebt auch im Sturm fest wie ich, ich werde nicht wanken, nicht nach links, nicht nach rechts, und auch nicht in die Mitte, ich bin im Bunde nicht der dritte, sondern der erste, so bin ich und so bleibe ich, von Kopf bis Fuß auf Hiebe eingestellt, und das ist meine Welt, und sonst gar nichts, sowahr mir (nach Belieben auszufüllen) helfe.

Ja, liebe Runzelbürgerinnen und Runzelbürger,
ich weiß, ich bin nicht vollkommen, das ist, was soll ich machen, meine Natur, ich kann halt, ich kann halt, ich kann halt, naja was denn nur? und sonst bar nix. Ist mir nicht peinlich, ich kann niemand plagiieren, außer mich selbst, und Selbstplagiat ist nicht strafbar.
Keiner sagt mir was ich sagen soll, und wenn, dann versteh ichs nicht, 400 Antworten, aber keine Fragen. Selbst meine beste Freundin, sonst ein Entgelt-, pardon, Engelchen, sagt nix.
Mir selbst ist vieles und ich bin, wie viele von euch, unverständlich, das haben wir gemeinsam, aber jetzt kratzt mir der Plagen, platzt mir …ach, das muß ich euch jetzt erzählen,das ist lustig, im Chemieunterricht hab ich mal, als der Chemielehrer über dem Bunzelbrenner eine explosive Mischung anwärmte, aus Jux in die Hand geklatscht, da erschrak er sichtlich, ließ seinen Kopf rot anlaufen und rief, „jetzt kratzt mir der Plagen“, worauf verständlicherweise das bereits ausgebrochene Gelächter sich verstärkte, er auf mich zustürmte und nun seinerseits mir eine mit der Hand klatschte, daß mein Kopf explodierte, ja, da hatten die Lehrer noch Mumm in den Knochen…
Also mir kratzt jetzt… also ich muß euch jetzt, bevor ich mit meinem Entwurf weitermache in der Sache, in aller Deutlichkeit sagen, was ich von euch halte: Leute, was seid ihr für Kunkelbürger innen und außen, muß ich wirklich mal ein Mastwort reden? Bleibt euch jetzt die Spucke weg? Wieso blast ihr jetzt nicht den Marsch, ihr wißt doch wem? Was gäb das für ein schönes Klozert? Also Backen dick und raus mit den Fürzen! Es stinkt doch soviel vom, nein zum Himmel, wieso ihr, nein, euch nicht? Ja, Nein, meine lieben Brutzelbürgerinnen und Brutzelbürger, aufhören, ich, niemals, mir ist der Ernst der Aufgabe durchaus bekannt, also nicht die Aufgabe, sondern der Aufgabe, um etwas doppeltdeutlicher zu werden. Ich praktiziere nämlich euch hier etwas vor, was alle Prenzel- (und in Bayern) Bretzel- und Brunzelbürgerinnen und -bürger und die Migränekranken, die sich Hoffnung auf eine Intergration machen, lernen müssen, nämlich, und davon habe ich mich schon in meinem letzten Beitrag versprochen, den sogenannten Reaktanz, den es meines Wissens, und das ist wahrlich groß, noch nicht gibt, und ich deshalb auch nicht in die Gefahr kommen dürfte, des Plagiats bezichtigt werden zu können.
Da der Rest der deutschen Presse mich nicht mehr mögen mag, wähle ich als mein Sprachrohr den Weddinger Landboten, der doch schon länger unter starker Beachtung steht wegen seiner großen Leserschaft und damit seines Vor-Bild-Charakters.
Also ich stelle mir den Reaktanz so vor, eine rhytmische Mischung aus steifen Haltungen und weichen Windungen, irgendwie Schrittwechsel vor-rück-seit, auch langes Stillhalten, ein paar sanfte Töne dazu, leise Laute, ohne besondere Betonung oder Bedeutung, und das wiederholen, nach Belieben.
Halt, verflixt, jetzt bin ich aber ganz unsicher, mir scheint so was gibt’s doch schon in der deutschen Tanzwelt, dann wärs ja doch ein Plagiat.
Ja doch, freilich, heißt Eiertanz. Mist, kann ich einpacken.
Also liebe Leserschaft, vergeßt alles was ich geschrieben habe, wenn ihr es nicht schon getan habt, und lest doch lieber erst mal was Heiteres, z.B. Nietzsche, Die „Geburt der Tragödie“, nee echt, er wollte das ja ursprünglich „Griechische Heiterkeit“ nennen, aber das hätte schon damals in Deutschland keiner gelesen. Aus blankem Neid, deutsche Heiterkeit gibt’s nur bar am Kiosk, nix mit anschreiben lassen.
Liebe Funzelbürgerinnen und -bürger, das wäre doch gelacht. Wie bitte? Was ich konkret meine? Woher soll ich das wissen? Auf Antworten bin ich nicht vorbereitet.

Das meine Damen und Herren, war die Absprache des noch amtierenden…hallo, war das jetzt live?

Mhm.

Jahresendralley der Weddinger Landtoten, oder wie hieß er doch gleich oder sind wir noch zu retten oder die Retter verlassen das stinkende Schiff oder hopst Loriots Mops noch oder Schluß jetzt, egal womit…

Richtig gerochen, den Braten, der Autor versucht sich mit immer neuen Überschriften aus der Verantwortung zu stehlen, was nicht niet- und nagelfest ist und dabei nicht erwischt zu werden. Er fühlt sich dazu berechtigt und exakt in eine Linie mit all den „wie-hieß-er-doch-gleich“. Stillgestanden, Augen rechts.

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